Schiedsgericht und Schiedsstelle
Streiten die Tarifparteien über die Anwendung und Auslegung von Tarifverträgen, kann ein (Tarif-) Schiedsgericht (oder Schiedsstelle) eingeschaltet werden.
Der Spruch des Schiedsgerichts/der Schiedsstelle ist bindend für die Tarifparteien. Er gilt nur solange, wie die Tarifbestimmung läuft (BAG 9.9.1981 – 4 AZR 48/79 ).
In der Metall- und Elektroindustrie wird ein Schiedsgericht relativ selten angerufen. Zum DGB-Schiedsgericht vgl. Tarifzuständigkeit.
Beispiele
- Metall- und Elektroindustrie:
Bundesmanteltarifvertrag, § 10; SSV §§ 17 ff. (Urteil zu Warnstreiks vom 3. April 1989)
Bayern und Sachsen Manteltarifvertrag, Arb. § 29 A und B (AT-Angestellte, Sonderzahlung und Mutterschutz)
Baden-Württemberg, Reutlinger Schiedsspruch zum Leber-Kompromiss - Holzbearbeitende Industrie / Sägeindustrie:
Baden Württemberg, Schlichtungsstelle zu Lohn, Gehalt, Altersteilzeit und Übernahme der Auszubildenden vom 8. Juni 2000
Zum Nachlesen
- Däubler, Tarifvertragsrecht, Rn. 1406 ff.
- Kempen/Zachert, Tarifvertragsgesetz, § 2 Rn. 115 ff.
- WSI, Tarifhandbuch 2003, Seite 280