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I

IndustriAll Europe

Für Gewerkschaften gibt es in Europa viel zu tun. Denn immer öfter wird in Brüssel entschieden, wo es in der Wirtschaft langgeht. Für die Autoindustrie kommen die wichtigsten Vorgaben längst von dort. Die EU hat etwa festgelegt, wie viel Treibhausgas aus dem Auspuff deutscher Autos kommen darf. Gleichzeitig werden Unternehmen nicht nur internationaler, sondern auch vielfältiger. Oft finden sich in einer Branche Betriebe der Metall-, Chemie- und Textilindustrie. Auch hier ist die Autoindustrie ein Paradebeispiel.

Zusammen stark
Mit dieser Entwicklung gehen die Gewerkschaften nun mit. Im Mai haben sich die europäischen Gewerkschaftsverbände der Metall-, Chemie-, Energie- und Textilindustrie vereinigt. Der neue Dachverband trägt den Namen „IndustriAll – European Trade Union “. Zuvor hatte sich der Europäische Metallgewerkschaftsbund aufgelöst. Er ging in der Organisation auf. In Europa wollen sich die Verbände so eine starke gemeinsame Stimme gegenüber Rat, Kommission und Parlament verschaffen. Sie wollen mitreden, wenn in Europa industriepolitische Weichen gestellt werden. Eine starke Industrie ist wichtig, um die Krise zu bewältigen. Doch zu einem starken Wirtschaftsstandort Europa gehört für die Gewerkschaften eine sozial gerechte Wirtschaft. Auch bei der Arbeitnehmerbeteiligung will der Verband mehr erreichen. Bereits heute sitzen in Europäischen Betriebsräten Vertreter verschiedener Gewerkschaften. Wenn auch ihre Organisationen in Europa an einem Tisch sitzen, wird es leichter, eine gemeinsame Linie zu finden und durchzuziehen. Der Dachverband vereinigt in Europa fast 200 Gewerkschaften mit mehr als 7 Millionen Mitgliedern. Er bringt unterschiedliche nationale und gewerkschaftliche Kulturen zusammen. Die eigentliche Arbeit beginnt nun. Die Gewerkschaften müssen einen gemeinsamen europäischen Weg für alle finden.

 

Vier Schwerpunkte
Der neue Gewerkschaftsverband „IndustriAll Europe“ hat sich vier Schwerpunkte gesetzt. Das sind:

  • Koordinierung der europäischen Tarifpolitik
  • Unternehmenspolitik
  • Industriepolitik und
  • der soziale Dialog

Industrie 4.0

Ein Rohling fährt in die Fertigungsstraße ein. Auf einem Chip hat er die Daten für das Endprodukt gespeichert: eine Serienmaschine mit vielen Extras, die der Kunde gerade bestellt hat. Eine zentrale Steuerung ist nicht nötig. Der Rohling übermittelt den Fertigungsmaschinen drahtlos, welche Bearbeitungsschritte anstehen. Der Kunde ist live über Internet dabei. So etwa funktioniert die schlaue Fabrik „Smart Factory“) der Zukunft in der Industrie 4.0.

 

Dezentral vernetztNach Dampfmaschine, Fließband und Computer kommt die vierte industrielle Revolution: die „cyberphysische“ Produktion mit in Echtzeit vernetzten Bauteilen, Maschinen und Beschäftigten. Hoch flexibel, auch bei Einzelstücken kosten- und energiesparend. Keine Science-Fiction: Es gibt bereits ein 500-Millionen-Euro-Förderprogramm, je zur Hälfte finanziert vom Bund und der Industrie, um den Premium-Produktionsstandort Deutschland zukunftsfest zu machen. BMW, Bosch Rexroth, Daimler, Siemens und Thyssen-Krupp sind dabei. Beim Antriebshersteller Wittenstein ist die Smart Factory heute schon ein Stück weit Realität.

Arbeit wird anders
Der Mensch bleibt wichtig, sagen die Experten: als Entscheider, Sensor und Problemlöser. Also als Lückenbüßer? Oder gar nur ein vernetztes Rädchen in der virtuellen Cyberfabrik? Damit das nicht so wird, mischt sich die IG Metall früh bei der Industrie 4.0 ein. Damit der Mensch und nicht die Technik entscheidet – und Arbeit besser statt billiger wird. Die Beschäftigten müssen faire Arbeitsbedingungen und Beteiligungsmöglichkeiten haben, fordert Constanze Kurz, die als Expertin der IG Metall im Arbeitskreis Industrie 4.0 mitarbeitet. Klar ist: Die Arbeit wird völlig anders, mit deutlich höheren Anforderungen an Flexibilität, Kooperation und Qualifikation. Gewerkschaften und Betriebsräte müssen frühzeitig Technik, Arbeitsorganisation und Ausbildung gestalten, um genügend und gute Arbeit zu sichern.


Insolvenz

Was ist eine Insolvenz?Insolvenz bezeichnet die dauernde Unfähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Geldschulden zu bezahlen. Das Insolvenzverfahren soll die Ansprüche der Gläubiger zahlungsunfähiger Schuldner möglichst gleichmäßig bedienen. Wird das Insolvenzverfahren eröffnet, erhält der vom Gericht eingesetzte Insolvenzverwalter das Verfügungsrecht über das Vermögen des Schuldners, um es zu verwerten. Einigen sich die Gläubiger auf einen Insolvenzplan, kann das Unternehmen auch saniert werden.


Investivlohn

Was ist ein Investivlohn?Investivlohn ist Arbeitnehmerentgelt, das nicht als „Barlohn“ ausgezahlt wird, sondern als Kapitalbeteiligung entweder im eigenen Betrieb angelegt wird, zum Beispiel über Belegschaftsaktien, oder in einem überbetrieblichen Vermögensfonds. Ein Investivlohn ist also keine Gewinnbeteiligung, bei der ein Teil des ausgezahlten Entgelts an die Entwicklung der Unternehmenserträge gekoppelt ist (Prämien, Einmalzahlungen).
Bei den Investivlohnmodellen wird in der Regel davon ausgegangen, dass der Beschäftigte seinen Anteil erst mit dem Ausscheiden aus dem Unternehmen oder der Rente zurückerhält.
Befürworter sehen folgende Vorteile für die Unternehmen: Motivation, Produktivität und Identifikation der Beschäftigten mit ihrem Betrieb werden gestärkt – und ihre „Bereitschaft für eine längerfristige Lohnzurückhaltung“. Skeptiker halten sie für Arbeitnehmer wirtschaftlich für wenig interessant.