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Langzeitkonto

Was ist ein Langzeitkonto?

Bei diesem Modell können Zeitguthaben über mehrere Jahre angespart werden, um eine längerfristige Freistellung zu ermöglichen, etwa für Weiterbildung oder private Wünsche.


Lean Office

Was ist Lean Office?
Übersetzt bedeutet Lean OFfice „schlankes Büro“. Gemeint ist damit, der Verschlankungsprozess von Büroarbeit. Arbeitsprozesse im Büro sollten schneller, kostengünstiger und fehlerfrei gestaltet werden.

Wie wird Lean Office umgesetzt?
Grundsätzlich gibt es keine einheitliche Praxis. Mal werden allein einzelne Arbeitsplätze umgestaltet, mal wird die Zusammenarbeit von Beschäftigten in den Büros mit denen in der Fertigung betrachtet. Grundsätzlich wird zwischen Wertschöpfung und Verschwedung unterschieden. Verschwendungen sind zum Beispiel das Warten auf Unterlagen, Rückfragen, mehrfach bearbeitete gleiche Vorgänge oder auch das Erstellen nutzloser Dokumentationen. Betriebsräte und MItarbeiter sollten diesen Prozess jedoch gemeinsam mit der Unternehmensleitung mitgestalten können.


Leerverkäufe

Was würde ein Kunde tun, dem ein Obsthändler auf dem Wochenmarkt Erdbeeren anbietet, die er nicht hat? Wenn ihm der Händler vorschlägt: „Du bekommst das Schälchen für 2,90 Euro – soviel kosten sie bei der Konkurrenz – und ich liefere nächste Woche.“ Denn der Händler glaubt: AmWochenende scheint die Sonne. Es werden viele Erdbeeren gepflückt, die dann nur 1,90 pro Schälchen kosten. Wahrscheinlich würde der Kunde zur Konkurrenz gehen, Erdbeeren kaufen und essen.
Eine Wette
Auf dem Wochenmarkt funktioniert die Methode wohl nicht, auf dem Finanzmarkt schon. Denn Leerverkäufe sind nur eine etwas andere Erdbeerkörbchenwette. Dabei verhält sich der Wertpapierhändler umgekehrt zum „normalen“ Aktienkäufer. Normalerweise will der Aktienkäufer Papiere möglichst billig einkaufen und sie teuer verkaufen. Der Leerverkäufer bietet ein Wertpapier dagegen an, wenn es teuer ist. Er schließt einen Vertrag ab. Geliefert wird die Ware später, möglichst wenn der Kurs im Keller ist. Bei ungedeckten Leerverkäufen besitzt der Verkäufer die Papiere nicht. Bei gedeckten Leerverkäufen leiht er sie aus, gibt sie später zurück und deckt sich mit billigeren Papieren ein. Während bei „normalen“ Aktiengeschäften der Verlust auf den Kaufpreis beschränkt ist – die Aktie kann maximal wertlos werden –, ist das Risiko bei Leerverkäufen unbegrenzt. Niemand weiß, wie teuer ein Papier plötzlich wird.

Im Mai hat die Finanzaufsicht Bafin ungedeckte Leerverkäufe in Deutschland verboten. Zwar ist es zunächst das Risiko des Obsthändlers, wenn es am Wochenende aus Eimern schüttet und sich der Erdbeerkörbchenpreis verdoppelt. Anders sieht es aber aus, wenn der Obsthändler eine Bank ist, die Pleite dieser Bank eine ganze Wirtschaft gefährdet und der Staat sie retten muss. Dann zahlen alle für riskante Leerverkäufe.


Leiharbeit

Was ist Leiharbeit?
Leiharbeit (Zeitarbeit, Personalleasing oder auch Arbeitnehmerüberlassung) liegt immer dann vor, wenn ein Arbeitgeber (Verleiher) einen Beschäftigten (Leiharbeitnehmer) einem Dritten (Entleiher) zur Erbringung einer Arbeitsleistung überlässt.
Das Besondere an diesem Arbeitsverhältnis ist die Dreiecksbeziehung zwischen den beteiligten Parteien. Die Leiharbeitsfirma ist der Arbeitgeber im Sinne des Gesetzes. Tatsächlich aber wird die Arbeitsleistung bei einer anderen Firma erbracht, die gegenüber der Leiharbeitskraft weisungsbefugt ist.

Wer ist ein/e Leiharbeitnehmer/in?
Beschäftigte, die einen Arbeitsvertrag mit einer Leiharbeitsfirma haben und an Entleihbetriebe überlassen werden. Die IG Metall ist die Gewerkschaft für Leiharbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie, der Textil- und Bekleidungswirtschaft sowie der Holzbearbeitung, Holzverarbeitung und Kunststoffverarbeitung.


Listenwahl

Was ist eine Listenwahl?
Die Listenwahl bezeichnet neben der Personenwahl eine Form der Wahl des Betriebsrates.

Wie funktioniert eine Listenwahl?
Bei der Listenwahl werden von den im Betrieb vertretenen Interessengruppen Listen mit Kandidatinnen und Kandidaten „in erkennbarer Reihenfolge“ (§ 6 Absatz 3 WO) aufgestellt und zur Wahl eingereicht. Die Wähler haben in diesem Falle jeweils nur eine Stimme, die sie der Liste ihrer Wahl geben können. Die Wähler können also keine einzelnen Personen wählen und sie können nicht eine bestimmte Person aus der Liste ankreuzen. Die Sitze im Betriebsrat werden auf die Listen nach dem Anteil der erreichten Stimmen verteilt.


Lohnausgleich

Was ist Lohnausgleich?

Bei Arbeitszeitverkürzung gezahlter Ausgleich für das durch die Reduzierung der Arbeitszeit ansonsten entfallende Einkommen. Bei den in jüngster Zeit getroffenen Regelungen zur (befristeten) Arbeitszeitverkürzung mit dem Ziel der Beschäftigungssicherung wurde häufig nur ein Teillohnausgleich vereinbart.


Lohnformel

Wenn die Metaller vor Tarifrunden darüber diskutieren, wieviel Prozent sie fordern wollen, berücksichtigen sie auch die aktuelle wirtschaftliche Lage. Denn die Tarifpolitik hat Einfluss darauf, wie sie sich in Zukunft entwickelt. Grundlage der Debatte ist eine Lohnformel aus drei Komponenten: der Inflationsrate, dem Produktivitätsanstieg und einer „Umverteilungskomponente“. Bei der Inflationsrate zählt der Anstieg der Verbraucherpreise, nicht der Produktpreise. Der Produktivitätszuwachs ist das, was ein Arbeitnehmer im letzten Jahr in der gleichen Zeit mehr produziert hat als im Jahr davor. Es geht um das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum, nicht das in einzelnen Branchen. Damit soll erreicht werden, dass alle Beschäftigten im gleichen Umfang am wirtschaftlichen Erfolg teilhaben, unabhängig davon, in welchem Sektor sie arbeiten.

Verteilungsneutral
Tariferhöhungen, die den Anstieg der Inflation und der Produktivität ausgleichen, sind „verteilungsneutral“. Sie verändern nicht das Verhältnis zwischen dem Anteil der Arbeitnehmer und dem der Unternehmergewinne am erwirtschafteten Volkseinkommen. Steigt die Inflation zum Beispiel um 2,3 Prozent, und die Produktivität um1,3 Prozent, wären 3,6 Prozent also der „verteilungsneutrale Spielraum“.

Umverteilungskomponente
Damit gibt sich die IG Metall bei Tarifforderungen aber nicht zufrieden. Hinzu kommt eine Umverteilungskomponente. Sie soll dafür sorgen, dass auch die Beschäftigten vom wirtschaftlichen Erfolg profitieren. Inwieweit das gelingt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Auftragslage, Gewinnsituation und den Wirtschaftsaussichten der Metall- und Elektroindustrie. Aber auch von der Mitgliederstärke der IG Metall und der Bereitschaft der Belegschaften, für ihren fairen Anteil an dem von ihnen erwirtschafteten Wohlstandszuwachs zu kämpfen.