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Personalakte

Was ist eine Personalakte?In Ihrer Personalakte kann Ihr Arbeitgeber alls Vorgänge und Urkunden sammeln, die sich auf Ihre betrieblichen und persönlichen Vorgänge beziehen, die im Zusammenhang mit Ihren Arbeitsverhältnis stehen. Ihre Personalakte darf nur mit Ihrer und gegebenenfalls der Zustimmung Ihres Betriebsrates vervielfältigt werden. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch, Ihre Personalakte ohne Angabe von Gründen, einzusehen. Zur Einsichtnahme kann ein Rechtsanwalt oder ein Mitglied des Betriebsrats hinzugezogen werden.


Personenwahl

Was ist eine Personenwahl?
Die Personenwahl bezeichnet neben der Listenwahl eine Form, den Betriebsrat in einem Unternehmen zu wählen.

Wie funktioniert eine Personenwahl?
Bei der Personenwahl stehen einzelne Personen (und keine Listen) zur Wahl. Jeder Wähler hat so viele Stimmen wie es Sitze im Betriebsrat zu verteilen gibt (§ 20 Absatz 3 WO). Diese kann er oder sie auf die Personen seines oder ihres Vertrauens verteilen; pro Person kann er oder sie jedoch nur eine Stimme vergeben, eine Stimmenhäufung ist im Wahlrecht für den Betriebsrat nicht vorgesehen. Gewählt sind die Personen, die die meisten Stimmen erhalten haben.


Poka Yoke

Was ist Poka Yoke?
Poka Yoke hat, auch wenn es so klingt, nichts mit Spiel und Spaß zu tun (Poker und Jokus), sondern eher mit dem Gegenteil davon: Es steht – wie viele japanische Ausdrücke, die Eingang in die deutsche Sprache fanden – für Konzepte, Arbeit effektiver, schneller und kostengünstiger zu machen. Poka Yoke heißt auf Deutsch: dumme Fehler (Poka) vermeiden (yokeru).

Wo und wie wird Poka Yoke angewendet?
Es ist Teil des sogenannten Toyota-Produktionssystems, das in immer mehr Betrieben Einzug hält. Ziel von Toyota ist die „verschwendungsfreie“ Produktion. Als verschwenderisch gelten zum Beispiel Wartezeiten, etwa durch Störungen, vermeidbare Wege – oder Fehler. Ein „Faktor“, der den reibungslosen Fluss durch Fehler stören kann, ist der Mensch. Da setzt Poka Yoke an: Das Konzept besteht darin, Arbeitsschritte, Werkzeuge und Maschinen so zu gestalten, dass der Mensch nicht mehr viele Spielräume hat und nicht mehr darüber nachdenken muss, was er tut. Er wird durch die Vorgabengezwungen, bestimmte Handgriffe zu tun. So sollen Fehler ausgeschaltet werden. So wie beim Tankdeckel, den niemand mehr auf der Zapfsäule liegen lassen kann, seit er am Auto festhängt.

Welche Probleme können dabei auftreten?
Jürgen Klippert, Wissenschaftler der Uni Kassel, sieht Gefahren:Der einzelne Mensch verliert Handlungsspielräume. Seine Motivation leidet. Seine Qualifikation ist bald nichts mehr wert. Und wenn seine Tätigkeit schlechter bewertet wird, kann sich das auch aufs Entgelt auswirken.


Praktikum

Was ist ein Praktikum?Als Praktikum wird eine Tätigkeit im Rahmen des Studiums, einer beruflichen Ausbildung oder der Schule bezeichnet, bei der praktische Erfahrungen im künftigen Beruf gesammelt werden können. Optimal ist es, wenn bei Beginn des Praktikums ein Praktikums- oder Ausbildungsplan besteht. Aus diesem sollten die zeitliche Gliederung in Bezug auf die wesentlichen Inhalte des Praktikums sowie Angaben zu den Abteilungen und den jeweiligen Betreuenden bzw. Ausbildungsbeauftragten hervorgehen. Für ein Pflichtpraktikum ist darauf zu achten, dass der Praktikumsplan auch tatsächlich diejenigen Arbeitsinhalte ausweist, die zu einer Anerkennung des Praktikums führen. Wer keinen Praktikumsplan erhalten hat, sollte sich bei den Zuständigen danach erkundigen.


Prekäre Beschäftigung

Was ist prekäre Beschäftigung?Der Begriff der Prekarisierung der Arbeit beschreibt eine Entwicklung der Zunahme von Beschäftigungsverhältnissen mit geringer Arbeitsplatzsicherheit und niedriger Entlohnung. Prekär Beschäftigte unterliegen einem erhöhten Armutsrisiko.


Probezeit

Was ist eine Probezeit?
Bei einem Arbeitsverhältnis bezeichnet die Probezeit den Zeitraum, innerhalb dessen eine Kündigung von Arbeitgeberseite oder auch vom Arbeitgeber grundlos ausgesprochen werden kann.

Wie lange besteht eine Probezeit?
Üblich aber nicht zwingend ist eine Dauer von drei bis sechs Monaten. Für Auszubildende gilt generell und wenn nicht anders vereinbart eine Probezeit von vier Monaten.

Kündigung während der Probezeit
Während der Probezeit können kürzere als die normalen Kündigungsfristen vereinbart werden, mindestens jedoch eine Kündigungsfrist von 2 Wochen. Eine Kündigung während der Probezeit beim unbefristeten Arbeitsverhältnis bedarf der Anhörung des Betriebsrates nach § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Für Schwangere in der Probezeit besteht der besondere Kündigungsschutz nach § 9 Mutterschutzgesetz (MuSchG).


Präsentismus

Präsentismus nennen Wissenschaftler ein Phänomen, dass sie immer häufiger in der Arbeitswelt beobachten: Beschäftigte gehen zur Arbeit, auch wenn sie krank sind. Repräsentative Studien aus den USA, Großbritannien, Deutschland und Skandinavien belegen, dass es diesen Trend gibt.
In Deutschland waren Anfang der 60er-Jahre im Jahresdurchschnitt über sechs Prozent der Beschäftigten krank gemeldet, in den 70er-Jahren noch über fünf Prozent. Seit 2000 liegt der Krankenstand stabil unter vier Prozent, im Krisenjahr 2007 sank er auf das Rekordtief von 3,2 Prozent. Ursache waren nicht nur gesündere Arbeitsbedingungen, sondern auch der Präsentismus.

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK von 2007 ergab, dass jeder Dritte gegen den Rat seines Arztes krank im Betrieb erscheint. In Unternehmen, die Personal abbauen wollen, sind es sogar 79,2 Prozent. Ursachen: Angst vor Jobverlust oder beruflichen Nachteilen, Angst, vereinbarte Ziele nicht zu erreichen oder hoher Leistungsdruck wegen zu dünner Personaldecken.

Es ist aber ein Trugschluss zu meinen, dass Firmen durch Präsentismus Kosten sparen. Im Gegenteil: Eine gerade erschienene Studie der Unternehmensberatung Booz & Company bestätigt,was schon frühere Untersuchungen ergaben. Kranke, die arbeiten, verursachen zwei bis dreimal so hohe Kosten wie Entgeltfortzahlung bei Fehltagen. Weil Kranke weniger leisten können, mehr Fehler machen, möglicherweise Kollegen anstecken und weil sie ihre eigene Genesung verzögern.

Gesund bleiben
Das zeigt: Die Gesundheit zu schützen rechnet sich nicht nur für die Arbeitnehmer, sondern auch für ihre Unternehmen. Also Krankheiten auskurieren. Und wichtiger noch: Auf betriebliche Gesundheitsvorsorge drängen, sodass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen